Fibrose

Erkrankungen der Atemwege zählen weltweit zu den häufigsten Krankheiten. Die Lungenfibrose ist eine rasch voranschreitende Erkrankung, die zu einer irreversiblen Abnahme der Lungenfunktion führt. Sie ist gekennzeichnet durch anomale Wundheilungsprozesse, eine übermäßige Vermehrung von Fibroblasten, die unkontrollierte Ablagerung von extrazellulärer Matrix und eine Zerstörung der zellulären Lungenarchitektur. Zur medikamentösen Behandlung der Lungenfibrose sind bisher nur zwei Arzneimittel für die klinische Anwendung zugelassen (Pirfenidon und Nintedanib). Allerdings können beide Medikamente das Fortschreiten der Erkrankung lediglich verlangsamen und weisen außerdem gravierende Nebenwirkungen auf. Für die meisten Patienten ist eine Organtransplantation die einzig mögliche Therapie. Eine wichtige Voraussetzung, um für diese bislang unheilbare Krankheit neue und wirksamere Therapien entwickeln zu können, ist es, die molekularen Mechanismen bei der Entstehung sowie den Verlauf der Lungenfibrose möglichst genau zu verstehen.

Am Fraunhofer ITEM haben wir eine Reihe von Modellen etabliert, mit denen verschiedene Merkmale einer Lungenfibrose untersucht werden können. Dazu gehören standardmäßig eingesetzte und gut charakterisierte In-vitro- und In-vivo-Modelle zur Bewertung der pharmakologischen Wirksamkeit neuer Medikamente. Außerdem verfügen wir über ein physiologisch relevantes Ex-vivo-Modell, mit dem wichtige Signalwege in unterschiedlichen Stadien der Erkrankung untersucht werden können. Weiter ergänzt wird das Portfolio für translationale Fibroseforschung am Fraunhofer ITEM durch die Möglichkeit, vor Ort toxikologische Studien und klinische Prüfungen der Phase I durchzuführen.

Fibrose

Bleomycin-induzierte Lungenfibrose im Tier (IPF-Modell)

Fibrose in frischem menschlichem Lungengewebe