Teststrategien und Struktur-Wirkungsbeziehungen

Es besteht heute Bedarf an alternativen Testmethoden, um die Anzahl der notwendigen Tierversuche, zum Beispiel unter REACH, zu verringern. Unsere Arbeitsgruppe QSAR/Neue Methodiken zur Risikobewertung beteiligt sich an mehreren Projekten, in denen Strategien für die Bewertung von Risiken für den Menschen entwickelt werden. Die Projekte laufen innerhalb der Europäischen Rahmenprogramme 6 und 7 und im Auftrag der chemischen Industrie. In diesem Zusammenhang wurden zwei Datenbanken – RepDose und FeDTex – entwickelt, um die Toxizität nach wiederholter Verabreichung und die Reproduktionstoxizität zu erfassen.

RepDose – „Repeated-Dose Toxicity“:
RepDose, eine von der Cefic LRI finanziell unterstützte Datenbank, enthält von Experten begutachtete und vertrauliche Toxizitätsstudien an Ratten zur wiederholten Verabreichung von Substanzen mit subakuter bis chronischer Expositionsdauer. Diese Datenbank wird ständig erweitert und enthält zurzeit ca. 650 Chemikalien und 2500 Studien. Die Datenbank ist im Internet zu finden unter: www.fraunhofer-repdose.de.

FeDTex – Reproduktions- und Entwicklungstoxizität:
FeDTex ist eine Datenbank zur Reproduktionstoxizität mit Schwerpunkt Ein- und Zwei-Generationsstudien. Parameter und Wirkungen in Bezug auf mütterliche Toxizität, Reproduktionsleistung und Entwicklungstoxizität werden nach betroffener Generation, Entwicklungsstadium und Geschlecht dokumentiert. Die Datenbank kann sowohl für Risikobewertungen als auch für Struktur-Wirkungs-Analysen herangezogen werden.

Unsere Leistungen im Überblick

Entwicklung und Bewertung von Substanzkategorien

Chemikalienbewertung durch Read-Across und/oder Struktur-Wirkungs-Beziehungen

Entwicklung von Methodiken zur Risikobewertung, z. B. TTC und Extrapolationsfaktoren

Analyse von Wirkungsmechanismen

Entwicklung von Datenbanken zu toxikologischen Endpunkten

Alle Dienstleistungen sind auch mit kundenspezifischen Datensätzen durchführbar (vorhandene Datenbanken, Literaturrecherchen, vertrauliche Daten).

Ausgewählte Projekte

ExITox – Explain Inhalation Toxicity. Entwicklung einer integrierten Prüfstrategie zur Vorhersage der Toxizität nach wiederholter inhalativer Exposition: ein Machbarkeitsnachweis (weitere Informationen zum Projekt)

EU-ToxRisk: Toxikologische Risikobewertung. Europas Flaggschiff für eine auf dem Wirkmechanismus basierende, tierversuchsfreie Sicherheitsbewertung für das 21. Jahrhundert (weitere Informationen zum Projekt)

Bearbeitung von Substanzkategorien mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Entwicklung einer Strategie zur Ableitung neuer Kategorien für die Risikobewertung auf der Grundlage des toxikologischen Profils und/oder der Strukturmerkmale von Substanzen.

ChemScreen – Chemikalien- und In-vitro-/In-silico-Screening-System zur Vorhersage von Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt (EU FP7).

Analyse von Extrapolationsfaktoren für die Route-to-Route-, Interspezies- und zeitliche Extrapolation im Auftrag des Industrieverbandes ERASM mit besonderem Schwerpunkt oberflächenaktive Stoffe.

Ermittlung des „threshold of toxicological concern“ (TTC-Konzept) unter Verwendung der RepDose-Datenbank. Verfeinerung der oralen Grenzwerte und des Entscheidungsbaums nach Cramer und Ableitung des TTC für inhalative Exposition.

Zusammenarbeit mit der US EPA (ToxRef-Datenbank, www.epa.gov/NCCT/toxrefdb) und mit TNO, der niederländischen Organisation für Angewandte Wissenschaftliche Forschung (Toxbase-Datenbank).