Verfahren zur Identifizierung neuer chemischer Risiken in der Nahrungskette getestet

© Foto Shutterstock

Zusammen mit FoBiG testete das Fraunhofer ITEM für die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ein Verfahren, um mithilfe von Daten aus den Registrierungen nach der REACH-Verordnung Stoffe zu identifizieren, die potenziell Risiken für die Nahrungskette darstellen können. Der Bericht zu diesem Projekt ist auf den Internetseiten der ECHA verfügbar (siehe Publikationen: Bitsch et al., 2016). Für diesen Test wurde eine Gruppe von 100 datenreichen Stoffen nach bestimmten Kriterien wie Tonnage (≥ 1 000 t/a) und Verteilung von NOAEL aus Studien zur wiederholten Verabreichung ausgewählt. Darüber hinaus wurden vier Stoffe als Positivkontrollen ausgewählt. Die vorhandenen Daten zu diesen Stoffen wurden anhand von sechs verschiedenen Blöcken in Bezug auf Umweltexposition, Bioabbau, Anreicherung in Nahrungsmitteln, Toxizität bei wiederholter Verabreichung, Gentoxizität, Kanzerogenität, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität extrahiert und bewertet. Für jeden Block wurden Punkte nach einem vorab festgelegten Schema festgelegt. In verschiedenen Szenarien wurden diese Punkte unterschiedlich gewichtet und zu einer Gesamtpunktzahl zusammengefügt. Die Stoffe mit den meisten Punkten können auf Basis der festgelegten Kriterien potenziell Risiken für die Nahrungskette darstellen und sind somit mögliche Kandidaten für eine genauere Überprüfung ihrer Eigenschaften. Neben experimentellen Daten wurde auch ein Punktesystem für Vorhersagen von solchen Daten entwickelt, um auch Stoffe mit geringerem Datenumfang zu bewerten. In einem Folgeprojekt der EFSA, das im Januar 2017 offiziell startet, werden die Partner das getestete Verfahren auf alle Stoffe anwenden, die unter REACH registriert wurden.