Luftqualität in Flugzeugen: Untersuchung abgeschlossen

© Foto Shutterstock

Die Luftqualität an Bord von Flugzeugen ist seit über 60 Jahren ein Diskussionsthema. Insbesondere geht es darum, ob durch das mit den Triebwerken verbundene Zapfluftsystem (sog. Bleed-Air) Schmieröle eingetragen werden, die die Gesundheit von Passagieren und Besatzung gefährden. Um dies zu klären, hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA das Fraunhofer ITEM und die Medizinischen Hochschule Hannover beauftragt, die Güte von Kabinen- und Cockpitluft flugbegleitend zu messen und zu analysieren. Dabei wurde das Projekt personell und logistisch durch die Lufthansa Technik AG, British Airways und die Condor Flugdienst GmbH unterstützt. Die Ergebnisse dieser Studie liegen jetzt vor. Während 69 Flügen wurde das Vorkommen zahlreicher Schadstoffe wie VOC, Aldehyde, organische Phosphorverbindungen, Kohlenmonoxid, Ozon, Kohlendioxid sowie zusätzlich Partikel und Aerosole untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine wenig belastete Kabinenluft, die weitestgehend mit wenig belasteten Innenräumen vergleichbar ist. Organophosphate wie Trikresylphosphat (TCP) wurden lediglich in Spuren (< 20 ng/m3) in der Kabinenluft nachgewiesen, wobei die Bleed-Air-unabhängige Boeing 787 eine ähnlich geringe Schadstoffverteilung wie die konventionellen Flugzeuge aufwies. Der hohe Luftwechsel (> 20/h) sorgt in Flugzeugen zudem für eine rasche Ausdünnung vorhandener Schadstoffe. Ein zugehöriges charakteristisches Ausdünnungsmuster konnte bei der Untersuchung der einzelnen Flugphasen unabhängig vom Flugzeugtyp reproduzierbar dokumentiert werden. Vor diesem Hintergrund bleiben die berichteten Gesundheitsbeeinträchtigungen im Zusammenhang mit Fume-Events wenig verständlich. Im Rahmen dieser Studie wurde deshalb die Empfehlung gegeben, mögliche Einflüsse auf die Gesundheit durch eine ethisch vertretbare Humanexposition gezielt zu untersuchen.