PLATOX: Valide In-vitro-Daten zur Toxizität von Kohlenstoffnanoplättchen

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Graphen-Nanoplättchen (GNP) stellen eine neue Gruppe von Kohlenstoff-basierten Nanomaterialien dar, deren Dicke im Nanometerbereich liegt und die technologisch sehr vorteilhafte Eigenschaften besitzen. So verleihen sie Verbundmaterialien eine erhöhte mechanische Stabilität und Leitfähigkeit.
Verschiedene GNP sind deshalb bereits auf dem Markt, obwohl die noch limitierte Datenlage zur Toxizität bisher keine adäquate Risikobewertung, vor allem am Arbeitsplatz, zulässt. In dem im Rahmen von FP7 SIINN ERA-NET geförderten Projekt PLATOX stellen sich drei Institutionen aus drei europäischen Ländern der Herausforderung, valide In-vitro-Daten für die Risikobewertung zu generieren. Als Projektkoordinator war das Fraunhofer ITEM initial für die Auswahl von sieben kommerziell verfügbaren GNP zu Testzwecken und deren physikalisch-chemische Charakterisierung verantwortlich. Für die aktuell laufende In-vitro-Testung bedient sich das Fraunhofer ITEM primärer, lungenrelevanter Zellmodelle sowie etablierter und innovativer Endpunkte, um das (gen)toxische und entzündliche Potenzial von GNP vergleichend zu ermitteln und eine Rangliste bezüglich ihrer Toxizität erstellen zu können. Zwecks Validität bedarf es dabei einer umfassenden Adaptierung aller Arbeitsschritte an die speziellen GNP-Eigenschaften. Die In-vivo-Relevanz der In-vitro-Daten wird mittels ausgewählter GNP mithilfe eines 28-Tage-Inhalationstests sichergestellt. Alle Daten fließen in eine finale Risikobewertung ein, um mehr Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten.