Risiken durch Pyrrolizidinalkaloide in Lebensmitteln

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Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind aufgrund ihres toxischen Potenzials in Lebensmitteln unerwünscht. Etwa drei Prozent aller Blütenpflanzen enthalten diese Stoffe, die größtenteils zur Abwehr von Verbiss dienen. Unter den mehr als 660 Pyrrolizidinen ist etwa die Hälfte lebertoxisch. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat für Lebensmittel, insbesondere für Tee und Honig, eine vorläufige Bewertung vorgenommen und empfiehlt für 1,2-ungesättigte PA eine Tagesdosis ≤ 7 ng. Für die typischen toxischen Wirkungen der PA, auf die Leber und teils auch auf die Lunge, sind folgende Strukturmerkmale kennzeichnend: PA mit 1,2-ungesättigter Necinstruktur, die mit mindestens einer verzweigten C5-Carbonsäure verestert sind, zeigen nach Spaltung durch mischfunktionelle Oxidasen hepatotoxische, mutagene und karzinogene Wirkungen. Pyrrole dieses Typs sind als hochreaktive alkylierende Agenzien in der Lage, mit nukleophilen Gruppen von Nukleinsäuren und Proteinen zu Addukten zu reagieren. Für den Auftraggeber BfR wird eine 28-tägige orale Toxizitätsprüfung mit sechs unterschiedlichen PA durchgeführt. Am BfR selbst werden DNAMicroarray-Analysen erstellt. Am Fraunhofer ITEM werden Leber und Lunge hämatologisch und histopathologisch untersucht. Die Ergebnisse der Studie werden für eine toxikologische Beurteilung der PA herangezogen.