Fortbildungskurs  /  2.4.2019  -  4.4.2019, Beginn um 13 Uhr am 2. April, Ende um 13 Uhr am 4. April

Fortbildung: In-silico-Toxikologie

Dieser Kurs bietet eine Einführung in drei verschiedene In-silico-Verfahren zur Abschätzung humantoxikologischer Endpunkte, und zwar QSAR-Modelle, Read-Across und das TTC-Konzept (TTC = threshold of toxicological concern). Ökotoxikologische Endpunkte stehen nicht im Fokus des Kurses.

QSAR

Innerhalb des Kurses werden aktuell verfügbare QSAR-Modelle zur Vorhersage toxikologischer Eigenschaften, u. a. Derek, CAESAR, TOPKAT, Toxtree und entsprechende Module aus der OECD QSAR Application Toolbox, anhand von Beispielen erklärt. Die Anwender werden den Unterschied zwischen statistischen Modellen und Alert-basierten Modellen kennenlernen. Basierend auf diesem Wissen soll ein besseres Verständnis erarbeitet werden, wie Vorhersagen interpretiert und deren Verlässlichkeit analysiert werden sollte. Die Stärken und Schwächen der einzelnen Modellierungsansätze werden aufgezeigt. Es wird ein intuitives Verständnis der Anwendungsbereiche verschiedener Modelle sowie von Qualitätsfragen im Zusammenhang mit Vorhersagen zu bestimmten Substanzen (oder Substanzklassen) vermittelt. Ein Schwerpunkt wird auf der Auswertung der Ergebnisse und ihrer Verlässlichkeit liegen. Die Verwendung unterschiedlicher QSAR-Modelle hingegen wird nicht im Mittelpunkt dieses Training stehen.

Read-Across 

Read-Across, die allgemeinen Ähnlichkeitsprinzipien sowie die einzelnen Schritte des Bewertungsprozesses werden den Teilnehmenden erläutert. Dabei werden auch die aktuellen Guidance-Dokumente wie das RAAF (ECHA 2017) berücksichtigt. Auf der Grundlage von Read-Across-Beispielen sollen die Teilnehmenden lernen, mit den Schwierigkeiten bei der Definition von Herkunftssubstanzen und der Bewertung von Unsicherheiten umzugehen. Die Suche nach toxikologisch relevanten Analoga und die anschließende Validierung eines Read-Across-Ansatzes wird anhand von Beispielen und mittels der OECD QSAR Application Toolbox erläutert. Neue Konzepte wie die Unterstützung von Read-Across durch In-vitro- oder In-silico-Verfahren werden anhand von Fallstudien, z. B. aus dem Projekt EU-ToxRisk, vorgestellt.

Threshold of Toxicological Concern (TTC)

Im letzten Teil des Kurses wird das TTC-Konzept erläutert: seine Anwendung und Grenzen, wenn keine experimentelle Daten vorliegen. Besonderes Augenmerk wird auf häufigen Anwendungsfehlern liegen, beispielsweise der Berücksichtigung von Ausschlusskriterien oder der Anwendung auf Säuglinge und Kleinkinder. Die vor Kurzem entwickelte EFSA-Guidance (2018) wird hierbei verwendet werden.

Organisatorisches

Dieser modular aufgebaute Kurs umfasst vier halbtägige Sessions, die sich jeweils aus Vorträgen, Diskussionen und praktischen Übungen zusammensetzen. Die Teilnehmenden bekommen einen Überblick über die Möglichkeiten, wie modellbasierte Vorhersagen in Dossiers reproduziert/validiert werden können, um deren Nutzen für die Risikobewertung und Gefährdungsabschätzung zu beurteilen. Durch praktische Übungen anhand von Fällen, bei denen es um die Priorisierung potenziell krebserregender Substanzen (sowohl gentoxische als auch nicht gentoxische) und TTC-Konzepte (TTC = threshold of toxicological concern) geht, gewinnen die Teilnehmenden eine klare Vorstellung von den Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Anwendung toxikologischer Vorhersagemethoden. 

In dem Kurs sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren eigenen Rechner (Notebook oder Arbeitsplatzrechner) mit vorinstallierter OECD QSAR Toolbox und Toxtree-Software verwenden, die für einige der praktischen Übungen erforderlich ist.