Luftqualität an Arbeitsplätzen und in Innenräumen

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Die Luftqualität an Bord von Flugzeugen ist seit über 60 Jahren ein Diskussionsthema, wenn es um die Gesundheit und die Sicherheit der Passagiere und der Besatzung geht.

Die Luftqualität in Flugkabinen und Cockpits (CAQ), die durch kurzzeitige Störungen, sogenannte »fume events«, beeinträchtigt werden kann, steht im Fokus der aktuellen Forschungsaktivität. Eine bedeutende Störung ist z. B. der Eintrag von Schmierölen durch das mit den Triebwerken verbundene Zapfluftsystem. Dadurch können Stoffe, die in Zusammenhang mit gesundheitlichen Beschwerden gebracht werden, wie Organophosphate, Phenyl-Naphthylamine und Trikresyl-Phosphat (TCP), in die Luft von Flugkabinen und Cockpits gelangen. Diese Beschwerden werden häufig wenig differenziert unter dem Synonym »aerotoxisches Syndrom« zusammengefasst. Das Auftreten von triebwerkbedingten Störungen wird als äußerst seltenes und nicht vorhersehbares Ereignis eingestuft. Neben triebwerkbedingten Störungen können auch andere Ereignisse wie Reinigungsprozeduren, Außenlufteintrag, Passagiere etc. die Kabinenluft nachteilig beeinflussen.

Das Fraunhofer ITEM arbeitet derzeit eng mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zusammen, um sowohl Kabinen- als auch Cockpitluft flugbegleitend zu beproben. Diese von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) beauftragte Studie wird personell und logistisch von der Lufthansa Technik AG und der Condor Flugdienst GmbH unterstützt. Um zukünftig besser zwischen »fume events« und »unauffälliger Luft« differenzieren zu können, werden die einzelnen Flugphasen (Start, Reiseflug und Landung) messtechnisch getrennt erfasst. In der seit Juli 2015 laufenden Messkampagne werden Messinstrumente eingesetzt, die VOCs (flüchtige organische Substanzen), Aldehyde, organische Phosphorverbindungen sowie Partikel und Aerosole in Kabinen- bzw. Cockpit-Luft erfassen können. Für das Auftreten von außergewöhnlichen »fume events« im Reiseflug wird zudem ein gesondertes Probennahmesystem für VOCs vorgehalten.

Im Rahmen dieser Studie sind ca. 70 flugbegleitende Messungen vorgesehen, welche als Vorbereitung zu einer zweiten umfangreicheren Studie dienen sollen. In Letzterer wird der Einfluss von technischen Störungen (z. B. Eintrag von Schmierölen) auf die Kabinenluftqualität im Fokus stehen.