imSAVAR: Humanbasierte Teststrategien für eine verbesserte Arzneimittelsicherheit

Plastikbehälter mit mehreren Vertiefungen in denen Zellgewebestücke wachsen.
© Fraunhofer ITEM, Ralf Mohr
Im Projekt imSAVAR kombinierten Forschende die hier gezeigten Präzisionsgewebeschnitte der Lunge (PCLS) als humanbasiertes In-vitro-Modell mit Immunassays, Multi-Omics-Analysen und computergestützten Modellierungen, um mechanistische Zusammenhänge in Adverse Outcome Pathways (AOPs) abzubilden..

Das europäische Forschungsprojekt imSAVAR (Immune Safety Avatar) wurde erfolgreich abgeschlossen. Ziel des Projekts war es, innovative, humanrelevante Teststrategien zur Vorhersage immunvermittelter Nebenwirkungen moderner Biopharmazeutika zu entwickeln und damit die präklinische Sicherheitsbewertung grundlegend zu verbessern. Im Fokus standen insbesondere schwerwiegende Immunreaktionen wie das sogenannte Cytokine Release Syndrome (CRS; Zytokinfreisetzungssyndrom) sowie immunvermittelte Hautreaktionen, die in der klinischen Entwicklung und Anwendung biotechnologischer Wirkstoffe eine zentrale Herausforderung darstellen.

In imSAVAR verfolgten die Forschenden einen integrierten Ansatz, der humanbasierte In-vitro-Modelle, funktionelle Immunassays, Multi-Omics-Analysen und computergestützte Modellierungen miteinander verknüpfte. Diese Daten wurden systematisch in Adverse Outcome Pathways (AOPs) und AOP-Netzwerke überführt, um mechanistische Zusammenhänge zwischen molekularen Auslösern und klinisch relevanten Endpunkten abzubilden. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Ableitung quantitativer prädiktiver Marker, die eine frühzeitige Risikoabschätzung erlauben und regulatorisch anschlussfähig sind.

Die Forschenden des Fraunhofer ITEM brachten ihre ausgewiesene Expertise in der Entwicklung und Anwendung humanbasierter, immunkompetenter Testsysteme sowie in der translationalen Immuntoxikologie in das Konsortium ein. Die Ergebnisse des Projekts leisten einen wichtigen Beitrag zum Next Generation Risk Assessment (NGRA) und zur internationalen Akzeptanz von New Approach Methodologies (NAMs) als Alternativen zu Tierversuchen. Die Ergebnisse aus imSAVAR stärken damit die Position Europas im Bereich innovativer Sicherheitsbewertung und schaffen eine belastbare Grundlage für zukünftige regulatorische und industrielle Anwendungen.

Kontakt

Katherina Sewald

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Dr. Katherina Sewald

Co-Bereichsleiterin Präklinische Pharmakologie und Toxikologie & Abteilungsleiterin Präklinische Pharmakologie & Infektion und Immunologie

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