Erstanwendung eines DNA-basierten Wirkstoffkandidaten: Neuartiger Therapieansatz gegen Hausstaubmilbenallergie in klinischer Phase-1-Studie untersucht

Probandin in Schutzkleidung atmet in ein Messgerät.
© Fraunhofer ITEM, Nico Herzog
Rhinomanometrische Messung im Fraunhofer-Allergenprovokationsraum.

Die allergische Rhinitis, ausgelöst durch Hausstaubmilben, ist weltweit weit verbreitet und beeinträchtigt die Lebensqualität vieler Betroffener erheblich. Während konventionelle Therapien wie Allergenvermeidung, Medikamente und Allergenimmuntherapien zur Verfügung stehen, sind diese mit Einschränkungen verbunden, etwa der langen Therapiedauer oder dem Risiko von Nebenwirkungen. Im Rahmen einer klinischen Phase-1-Studie wurde am Fraunhofer ITEM erstmals ein neuartiger, auf LAMP (lysosomal-assoziiertem Membranprotein) basierender DNA-Therapieansatz (ASP2390) zur Behandlung der Hausstaubmilbenallergie beim Menschen untersucht.

Die klinische Prüfung erfolgte im Fraunhofer-Allergenprovokationsraum, der eine standardisierte und reproduzierbare Exposition gegenüber genau definierten Hausstaubmilbenallergen-Konzentrationen ermöglicht. In der randomisierten, doppelblinden Studie erhielten 28 erwachsene Probanden mit diagnostizierter Hausstaubmilbenallergie über 12 Wochen das Prüfpräparat ASP2390 oder ein Placebo. Über einen Zeitraum von 63 Wochen wurden Sicherheit, Verträglichkeit und erste Hinweise auf Wirksamkeit geprüft. Die Studie zeigte, dass ASP2390 sicher und gut verträglich ist, was sich in dem Ausbleiben schwerwiegender Nebenwirkungen und dem Verzicht auf Therapieabbrüche widerspiegelt. Im Vergleich zur Placebogruppe ließ sich jedoch weder eine relevante immunologische noch eine klinische Wirksamkeit nachweisen.

Insgesamt machen die Ergebnisse deutlich, dass validierte Expositionsmodelle in der Fraunhofer-Allergenprovokationsraum eine zentrale Rolle spielen, um in frühen klinischen Studien das Potenzial innovativer Ansätze für sichere und wirksame Allergietherapien verlässlich zu bewerten. Die Ergebnisse der Studie wurden im „Journal of Allergy and Clinical Immunology: Global“ publiziert: DOI: 10.1016/j.jacig.2025.100404.

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Jens Hohlfeld

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Prof. Dr. Jens Hohlfeld

Stellvertretender Institutsleiter & Bereichsleiter Atemwegsforschung

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