Forschende am Fraunhofer ITEM haben eine Stammzelltechnologie-Plattform etabliert, welche die Herstellung funktioneller Immunzellen für den Einsatz in innovativen Wundheilungstherapien ermöglicht. Kernstück dieser Entwicklung sind neuartige Gewebsorganoide, sogenannte Hemanoids, die die physiologische Umgebung einer Knochenmarknische, also der Umgebung im Knochenmark, nachbildet (s. Publikationen unten). Diese Organoide sind in der Lage, kontinuierlich Immunzellen, beispielsweise Makrophagen, zu generieren, die eine entscheidende Rolle bei der Organregeneration und Wundheilung spielen.
Die Technologie eröffnet neue Perspektiven für die regenerative Medizin und die Bereitstellung standardisierter Immunzellprodukte. In enger Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut ISC in Würzburg, dem Institut für Luft- und Kältetechnik gGmbH (ILK) in Dresden und der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stellen die Forschenden sowohl die Knochenmarksorganoide als auch die daraus gewonnenen Immunzellen für die Weltraumforschung bereit. Anfang des Jahres 2026 werden die Organoide und Immunzellen mit einer Rakete an den Rand der Erdatmosphäre, der Thermosphäre, gebracht, um erste Daten zu sammeln und die Einsatzfähigkeit unter extremen Bedingungen zu prüfen. Mit dieser Arbeit leisten die Fraunhofer-Forschenden einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung zellbasierter Therapien und zur Erforschung neuer Ansätze für die Wundheilung.
Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin