Wie viele Birkenpollen in der Luft reichen aus, um bei Allergikerinnen und Allergikern Symptome auszulösen? Eine aktuelle Studie aus dem Fachjournal International Archives of Allergy and Immunology liefert hierauf eine Antwort: Bereits ab 50 bis 100 Pollen pro Kubikmeter Luft treten allergische Symptome auf.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer ITEM haben gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA) die institutseigenen Allergen-Provokationsräume (Allergen Challenge Chamber, ACC) technisch weiterentwickelt, um kontrollierte Expositionen mit sehr niedrigen Birkenpollen-Konzentrationen zu ermöglichen. Im Rahmen einer patientenverblindeten und Reinluft-kontrollierten Studie wurden 15 Personen mit diagnostizierter Birkenpollenallergie verschiedenen Pollenmengen (0 bis 1.000 Pollen/m³) ausgesetzt.
Der Total Nasal Symptom Score (TNSS) diente als Hauptkriterium zur Bewertung der allergischen Reaktion. Das Ergebnis: Ab einer Konzentration von 100 Pollen/m³ wurde eine signifikante Zunahme der Symptome festgestellt. Bereits bei 50 Pollen/m³ war ein leichter Anstieg messbar, der jedoch noch unterhalb der Schwelle für eine klinische Relevanz lag.
Diese Daten sind nicht nur für die medizinische Forschung von großer Bedeutung, sondern auch für Umweltbehörden und Polleninformationsdienste. Sie liefern eine belastbare Grundlage für die Definition von Schwellenwerten in Pollenflugprognosen – mit dem Ziel, Menschen mit Pollenallergie gezielter zu schützen.
Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin