Dass duale Bronchodilatation die Herzfunktion bei COPD verbessern kann, war aus der CLAIM-Studie bekannt (DOI: 10.1016/S2213-2600(18)30054-7). Die jetzt am Fraunhofer ITEM durchgeführte Investigator-initiierte Studie ging einen Schritt weiter: Sie untersuchte erstmals systematisch, wie schnell diese Effekte einsetzen und wie das autonome Nervensystem beteiligt ist.
In einem randomisierten Cross-over-Design erhielten 32 Patientinnen und Patienten mit ausgeprägter Lungenüberblähung einmalig duale Bronchodilatation mit Tiotropium/Olodaterol oder Placebo und anschließend 14 Tage lang täglich Tiotropium/Olodaterol. Mithilfe kardiopulmonaler Magnetresonanztomografie und ergänzender Lungenfunktionstests wurden Herzfüllung, Lungenvolumen und Durchblutung präzise vermessen. Das Ergebnis: Die Lunge reagierte unmittelbar. Schon nach der ersten Inhalation verringerte sich das eingeschlossene Restvolumen deutlich, die Atemwege öffneten sich. Die Füllung der linken Herzkammer nahm gegenüber Placebo zwar bereits nach der Einzeldosis zu, ein klarer Gewinn im Vergleich zum Ausgangswert zeigte sich aber erst nach zwei Wochen täglicher Anwendung.
Erstmalig wurde in dieser Studie auch die Aktivität des Sympathikus untersucht. Nach einer Einzeldosis zeigte sich lediglich ein sehr kleiner, statistisch nicht signifikanter Anstieg. Damit gibt es keine Hinweise auf eine relevante unmittelbare Aktivierung des Herz-Kreislauf-Systems durch die duale Bronchodilatation. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift ERJ Open Research publiziert (DOI: 10.1183/23120541.01282-2025).
Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin