Identifizierung von Zielstrukturen und Therapieprädiktion

© Foto Fraunhofer ITEM

Jeder vierte Todesfall wird gegenwärtig durch Krebs und hier durch die systemische Ausbreitung und Metastasierung der Erkrankung verursacht. Trotz neuer Medikamente sind die vorhandenen Therapien gegenwärtig nur bei jedem vierten Patienten wirksam. Dies könnte in der Beobachtung begründet sein, dass sich Primärtumoren und gestreute Tumorzellen in ihrem Genotyp und Phänotyp deutlich unterscheiden, sodass von den Eigenschaften des Primärtumors nicht direkt auf die eigentlichen Zielzellen der Therapien geschlossen werden kann.

Um also die Entwicklungszeiten von neuen systemischen Therapien zu verkürzen, bedarf es begleitender diagnostischer Tests, die Aufschluss darüber geben, ob die gestreuten Krebszellen auf die Behandlung ansprechen werden.

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Tumorzellen zeigen eine enorme Heterogenität in ihren genetischen und phänotypischen Eigenschaften. Abgestimmt auf die jeweilige individuelle Krebserkrankung müssen hierdurch verschiedene Verfahren zur Anreicherung und Detektion genutzt werden, um die seltenen zirkulierenden oder disseminierten Tumorzellen (CTCs und DTCs) nachweisen zu können. Für manche Tumoren kann die Expression von charakteristischen Markerproteinen genutzt werden (zum Beispiel Zytokeratine bei Brust- oder Prostatakrebs), für andere kann man auf physikalische Eigenschaften wie Größe oder Verformbarkeit zurückgreifen, welche Tumorzellen von Zellen in Blut oder anderen Organen unterscheiden.

Doch allein die Detektion der Zellen gibt noch keinen Aufschluss über eine sinnvolle therapeutische Intervention. Hierzu ist neben der Isolation reiner Zellpopulationen bis hin zur individuellen Tumorzelle eine sensitive und verlässliche Molekularanalytik nötig. Die gleichzeitige Analyse der exprimierten Gene und der genomischen DNA ein und derselben Zelle stellt hierbei eine unserer Kernkompetenzen dar.

Projekteinblicke

 

Identifikation neuer Zielstrukturen auf den tatsächlichen Zielzellen systemischer Therapien

Therapieent- scheidungen anhand molekularer Eigenschaften von CTCs treffen

 

Frühzeitiges Erkennen von Therapieresistenz durch »liquid biopsy«

Paradigmenwechsel in der Diagnostik der Lymphknoten